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Bisher hat YES Team, 30 Blog Beiträge geschrieben.

Recht nachhaltig: Wie können regulatorische Vorgaben effektiver zur Nachhaltigkeit beitragen?

Recht nachhaltig: Wie können regulatorische Vorgaben effektiver zur Nachhaltigkeit beitragen?

von Prof. Dr. Hanjo Hamann und Prof. Dr. Paul Pronobis, EBS Universität für Wirtschaft und Recht

Das Recht steht vor großen sozialen Zukunftsaufgaben. Das verändert auch die Funktionen der klassischen Teilgebiete des Rechts. Bisher setzte man für die gesellschaftliche Steuerung auf hierarchisch strukturierte Rechtsverhältnisse (sog. öffentliches Recht). Nun wird deutlich, dass für globale Aufgaben wie Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Menschenrechte auch Private in die Pflicht genommen und Rechtsverhältnisse zwischen Wirtschaftspartnern (sog. Zivilrecht) reguliert werden müssen. Kernproblem der Nachhaltigkeitsagenda, so liest man, „ist ihre Unverbindlichkeit“. Deshalb werden immer mehr Gesetze und andere regulatorische Vorgaben verabschiedet. Sie sollen Unternehmen verpflichten, im Geschäftsverkehr mit ihresgleichen und mit Verbrauchern auf Nachhaltigkeit zu achten und neben ihrem eigenen Profit auch gesellschaftliche Anliegen zu fördern. Gesetze über energieverbrauchsrelevante Produkte („EVPG“) oder unternehmerische Sorgfaltspflichten in Lieferketten („LkSG“) sind nur der Anfang; Dutzende weitere Vorschläge stehen bereit. Wie aber lässt sich die effektive Durchsetzung solcher Gesetze sicherstellen? Genügt vielleicht schon größere Transparenz? Darauf ist das Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung gerichtet, also auf Rechenschaft über soziales und ökologisches Unternehmenshandeln (sog. corporate social responsibility, CSR). Noch ist allerdings völlig unklar, worüber genau und in welcher Form Unternehmen berichten müssen. Lassen sich dazu vielleicht Ansätze entwickeln, die nicht nur neue Scheinnachhaltigkeit mit sich bringen?

Wie lassen sich unternehmerische Berichtspflichten konkretisieren und ausgestalten, um einen nachhaltigen Mehrwert für Umwelt und Gesellschaft zu ermöglichen?

Wie lässt sich eine nur oberflächlich suggerierte Unternehmensverantwortung (sog. Greenwashing) vermeiden, wie sie jüngst für das Plastikrecycling dokumentiert wurde?

Welche neuen, kreativen Ideen können helfen, nicht immer nur Gesetze zu verabschieden, sondern auch ihre Durchschlagskraft zu verbessern? (Immerhin wäre schon viel erreicht, wenn auch nur einzelne Gesetze effektiver durchgesetzt würden.)

Must-Read Literatur

https://www2.deloitte.com/de/de/pages/risk/articles/sustainability-transformation.html

https://www.forumue.de/wp-content/uploads/2021/07/Gesetze-fuer-Nachhaltigkeit-Forum-Umwelt-und-Entwicklung-3.pdf

Weiterführende Literatur

Wird dem Team zur Verfügung gestellt.

Partnerinsitut

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Das Thema wird betreut von

Prof. Dr. Dr. Hanjo Hamann

Foto: Mario Iser

Prof. Dr. Dr. Hanjo Hamann studierte Jura in Heidelberg und Hamburg, mit weiteren Ausbildungsstationen in Erfurt, Speyer, Leipzig und Tübingen. Er promovierte in Bonn und Jena in den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften und ist seit 2016 an einem Max-Planck-Institut in Bonn und an der Freien Universität in Berlin tätig. Auslandsaufenthalte führten ihn nach Italien, China, Südafrika und in die USA. Er beschäftigt sich mit Vertrags- und Unternehmensrecht samt ihrer Bezüge zu empirischen Nachbardisziplinen wie den Verhaltens- und Sprachwissenschaften.

Prof. Dr. Paul Pronobis

Recht nachhaltig: Wie können regulatorische Vorgaben effektiver zur Nachhaltigkeit beitragen?2022-10-05T15:13:21+02:00

Vom Neujahrsvorsatz zur Realität: Wie machen wir langfristige Verhaltensänderungen möglich?

Vom Neujahrsvorsatz zur Realität: Wie machen wir langfristige Verhaltensänderungen möglich?

von Dr. Mark A. Andor und Lukas Tomberg, RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Habt ihr oder eure Eltern schon einmal Vorsätze für das neue Jahr gefasst und wolltet euer Verhalten ändern? Und hat es funktioniert? Wir alle kennen Gewohnheiten, die wir gerne ändern würden: Das fängt bei ganz persönlichen Dingen an, wie z. B. sich gesünder zu ernähren, regelmäßig Sport zu treiben, weniger Zeit mit sozialen Medien/Smartphones zu verbringen oder häufiger unser Musikinstrument in die Hand zu nehmen. Gewohnheiten spielen aber auch bei gesellschaftlichen Themen, wie beispielsweise dem Energieverbrauch eine wichtige Rolle. Viele Menschen haben zum Beispiel die Angewohnheit, im Winter stundenlang das Fenster gekippt zu lassen und damit Heizenergie zu verschwenden oder für die meisten Fahrten das Auto zu nutzen, anstatt auch mal den Zug zu nehmen.

Wir wissen jedoch auch, dass die wenigsten Neujahrsvorsätze eingehalten werden: Dauerhafte Gewohnheitsänderungen sind sehr schwierig zu etablieren. Daher wurden in der Disziplin der Verhaltensökonomik viele Möglichkeiten entwickelt, um Menschen dabei zu helfen, ihre Entscheidungen in solchen Situationen durch einfache Maßnahmen zu verbessern (so genannte „Nudges“). Ein Beispiel: Menschen neigen dazu, während einer heißen Dusche zu vergessen, dass das Duschen erhebliche Mengen an Wasser und Energie verbraucht. Infolgedessen duschen sie oft zu lange und ärgern sich am Ende über hohe Energierechnungen. Doch die verhaltensökonomische Forschung zeigt, dass direktes Feedback über den Energieverbrauch während des Duschens diesem Problem entgegenwirken und so den Ressourcenverbrauch wirksam reduzieren kann.

Doch auch hier gilt: Einige Maßnahmen wirken nur kurzfristig und scheinen nicht zur Gewohnheitsbildung beizutragen. Andere hingegen erzeugen langfristige Effekte, die sogar weiterbestehen, nachdem die Maßnahme beendet wurde.

Diese Fragen können Ansatzpunkte für die Arbeit an dem Thema bieten:

Was beeinflusst, ob wir nach einer anfänglichen Verhaltensänderung neue Gewohnheiten bilden oder ob wir schnell wieder zu unseren alten Gewohnheiten zurückkehren?

Welche Arten von verhaltensökonomischen Maßnahmen haben eine langfristige Wirkung und welche nicht?

Welche Ideen habt ihr für Maßnahmen, mit denen langfristige Gewohnheitsänderungen erreicht werden können, sei es im persönlichen Alltag oder in sozialen und ökologischen Fragen?

Must-Read Literatur

Frey, E., & Rogers, T. (2014). Persistence: How treatment effects persist after interventions stop. Policy Insights from the Behavioral and Brain Sciences, 1(1), 172-179. https://scholar.harvard.edu/files/todd_rogers/files/persistence.pdf

Weitere Literaturvorschläge

Allcott, H., & Rogers, T. (2014). The short-run and long-run effects of behavioral interventions: Experimental evidence from energy conservation. American Economic Review, 104(10), 3003-37. https://www.povertyactionlab.org/sites/default/files/research-paper/899%20Allcott%20and%20Rogers%20AER2014%20The%20Short-Run%20and%20Long-Run%20Effects%20of%20Behavioral%20Interventions.pdf

Allcott, H., Gentzkow, M., & Song, L. (2022). Digital Addiction. American Economic Review, 112(7), 2424-63. https://web.stanford.edu/~gentzkow/research/DigitalAddiction.pdf

Byrne, D. P., Goette, L., Martin, L. A., Delahey, L., Jones, A., Miles, A., Schöb, S., Staake, T., & Tiefenbeck, V. (2021). The habit-forming effects of feedback: Evidence from a large-scale field experiment. CRC TR 224 Discussion Paper No. 285. https://www.wiwi.uni-bonn.de/bgsepapers/boncrc/CRCTR224_2021_285.pdf

Wellsjo, A. S. (2021). Simple Actions, Complex Habits: Lessons from Hospital Hand Hygiene.
https://drive.google.com/file/d/1wbn6IuU0tMQ2VN6YHSWSCXv4v9pucKyK/view

Partnerinstitut

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Das Thema wird betreut von

Dr. Mark Andor

Dr. Mark A. Andor leitet seit 2021 die Forschungsgruppe „Prosoziales Verhalten“ am RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. Zudem ist er externer Lehrbeauftragter an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und an der Universität Duisburg-Essen. Er führt insbesondere randomisierte kontrollierte Feldstudien sowie große Haushaltsbefragungen durch. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der Erforschung prosozialen Verhaltens, der Experimental- und Verhaltensökonomik, der Angewandten Ökonometrie und der Umwelt-, Ressourcen-, Verkehrs- und Energieökonomik sowie der Effizienz- und Produktivitätsschätzung.

Lukas Tomberg

Lukas Tomberg ist seit April 2018 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand in der Forschungsgruppe Prosoziales Verhalten“ und im Kompetenzbereich „Umwelt und Ressourcen“ des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung tätig. Er studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität zu Köln (BSc 2015) und Economics an der Ruhr-Universität Bochum (MSc 2018). Darüber hinaus absolvierte er das Kursprogramm der Ruhr Graduate School in Economics. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der experimentellen Wirtschaftsforschung, der angewandten Ökonometrie und der Verhaltens-, Umwelt- und Energieökonomik.

Vom Neujahrsvorsatz zur Realität: Wie machen wir langfristige Verhaltensänderungen möglich?2022-10-05T14:21:51+02:00

Auf dem Weg zur „Solar City“ – Wie können wir mehr Solarstrom in Städten erzeugen?

Auf wem Weg zur „Solar City“ – Wie können wir mehr Solarstrom in Städten erzeugen?

von Katharina Kolb und Dr. Mario Hesse, Universität Leipzig

Die Klimakrise zwingt uns zum Umbau des Energiesystems. Erneuerbare Energien leisten hierzu einen wichtigen Beitrag. Strom aus Sonnenenergie (Photovoltaik) ist eine mögliche technische Lösung. Städte sind große Energieverbraucher, die auf Energielieferungen aus ländlichen Regionen angewiesen sind. Doch Städte können auch zu Prosumern werden, die einen Teil der benötigten Energie selbst erzeugen. Die Fragestellung lautet demnach, welche Wege wir beschreiten können, damit dieser Solarstrom nicht nur auf großen Freiflächenanlagen erzeugt wird, sondern wir die Stromproduktion in den Städte holen. Warum geht der Ausbau von Photovoltaikanlagen so langsam voran, während es so viele ungenutzte (Dach-)Flächen in Städten gibt? Werden dadurch vielleicht andere Formen der Flächennutzung verdrängt? Muss der Ausbau womöglich so ausgestaltet werden, dass er sich mehr lohnt? Gesucht sind gute Konzepte für die „Solar City“!

Wer profitiert von einer Solaranlage?
Was sind die Besonderheiten bei der PV-Nutzung im städtischen Kontext?
Bestehen Konflikte bei der Nutzung knapper städtischer Flächen?
Was bremst den Ausbau erneuerbarer Energien in der Stadt?
Wie können wir die Nutzung von Solaranlagen attraktiver gestalten?
Wie können wir die verschiedenen Nutzergruppen erreichen?
Wie können wir gesellschaftliche Gruppen für das Thema gewinnen, die bisher kaum Gelegenheit hatten, Solaranlagen zu nutzen (z. B. Mieter:innen, Menschen mit geringen Einkommen)?

Must-Read Literatur

https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/photovoltaik#%C3%96kobilanz

https://www.sueddeutsche.de/geld/solarenergie-selbst-ist-die-stadt-1.4429303

Weitere Literaturvorschläge

https://www.researchgate.net/publication/363281639_Regionalwirtschaftliche_Wertschopfungseffekte_aus_dem_Betrieb_von_Photovoltaikanlagen_innerhalb_einer_Kommune

Partnerinstitut

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Katharina Kolb

Foto: Privat

Katharina Kolb ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Öffentliche Finanzen und Public Management an der Universität Leipzig und arbeitet im Forschungsinstitut für Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich räumliche Ungleichheit, regionalwirtschaftliche Effekte, öffentliche Leistungen und gleichwertige Lebensverhältnisse.

Dr. Mario Hesse

Foto: Swen Reichold

Dr. Mario Hesse ist wissenschaftlicher Mitarbeiter (Postdoc) an der Professur Finanzwissenschaft im Institut für öffentliche Finanzen und Public Management, stellvertretender Geschäftsführer des Kompetenzzentrums für kommunale Infrastruktur Sachsen (KOMKIS) und Mitglied im Kompetenzzentrum öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge (KOWID). Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der Kommunalfinanzen, Fragestellungen des (kommunalen) Finanzausgleichs, der öffentlichen Infrastruktur sowie der Regionalökonomik.

Auf dem Weg zur „Solar City“ – Wie können wir mehr Solarstrom in Städten erzeugen?2022-10-05T14:07:49+02:00

Store of the future

Store of the future

von Dr. Anna Ulrichshofer und Prof. Dr. Michael Jungbluth, Technische Hochschule Ingolstadt

Online shoppen oder im Geschäft vor Ort? Oder beides? Die digitale Transformation sorgt dafür, dass etablierte Handelsmarken vor großen Herausforderungen stehen. Reine „Online-Player“ dominieren in vielen Handelssegmenten bereits den Markt. Digitale Marktplätze werden größer und umfassen immer mehr Produktkategorien. Die sogenannte Skalierbarkeit dieser neuen digitalen Geschäftsmodelle fußt auf geringeren Kosten der Warenlogistik und geringeren operativen Personal-/Standortkosten.

Konsumenten haben ihr Kaufverhalten bereits angepasst und betreiben so genanntes „Research Shopping“. Dies bedeutet, dass sie unterschiedliche Kanäle für ihre Kaufentscheidungen in Anspruch nehmen. Beispielsweise suchen sie Informationen zu Produkten in einem Online-Kanal wie Youtube, kaufen dann aber im stationären Geschäft. Andersrum lassen sie sich häufig im Laden vor Ort beraten und kaufen dann im vermeintlich günstigeren Online-Kanal.

Um diesem Trend zu begegnen, versuchen sich Handelsunternehmen an neuen Technologien wie Augmented Reality, In-Store Tracking, Künstlicher Intelligenz, Electronic Shelf Labels, RFID etc. Damit wollen sie die „Omni-Kanal-Ausrichtung“ vollziehen – also sich online und gleichzeitig stationär besser aufstellen und dem Konsumenten konkrete Mehrwerte anbieten. Die eingesetzten Technologien sollen vereinfachen, zu Einsparungen führen oder das Shoppen zu einem echten Erlebnis machen. Gleichzeitig verschwimmen die Grenzen zwischen den Kanälen dadurch immer mehr.

Wir wollen wissen: Wie muss der Store der Zukunft technologisch ausgestattet sein? Welche Technologien könnten zum Einsatz kommen? Und werden Geschäfte vor Ort aufgrund des technologischen Fortschritts früher oder später sogar überflüssig?

Die Schüler sollen kritisch analysieren, wie der „Store of the Future“ auszusehen hat. Welche Anforderungen/Bedarfe haben insbesondere die kommenden Generationen an Omni-Kanal-Handelsformate?

Die Lösungsansätze sollten aufzeigen, wie neue Technologien konkret
– vereinfachen,
– Relevanz erzeugen,
– Erlebnisorientierung beim Shopping umsetzen,
– Konsumenten im Entscheidungsprozess befähigen und/oder
– zu Einsparungen führen.

Gerne können bereits erfolgte Umsetzungen (Best-Practices) zur Untermauerung herangezogen werden. Im besten Fall gestützt von „Schülerinterviews“ von verantwortlichen Retail Managern.

Ziel wäre die lebendige Präsentation des erarbeiteten „Store of the Future“.

Must-Read Literatur

Die Literatur wird dem Team zur Verfügung gestellt.

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Das Thema wird betreut von

Anna Ulrichshofer

Anna Ulrichshofer, Ph.D., ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der THI Business School tätig mit dem Forschungsschwerpunkt Artificial Intelligence in Consumer Commerce. Sie hat einen Master in Physik an der Universität Innsbruck abgeschlossen und anschließend in Volkswirtschaft, ebenfalls an der Uni Innsbruck, promoviert. Seit 2021 lehrt und forscht sie an der THI Business School.

Prof. Dr. Michael Jungbluth

Prof. Dr. Michael Jungbluth ist Professor für Artificial Intelligence in Consumer Commerce. Er hat BWL in Ingolstadt und Budapest studiert und an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt promoviert. Er forscht zu empirischen Anwendungsfällen künstlicher Intelligenz zur verbesserten Ausgestaltung von Endkundenbeziehungen (Customer Experience). Außerdem beschäftigt er sich mit inkrementellen Wertbeiträgen von Omni-Kanal-Maßnahmen oder dem kognitiven Transformationspotential von Technologien künstlicher Intelligenz in Kundeninteraktionen (z.B. Lernen, Problemlösung, Entscheidungsfindung).

 

 



Store of the future2022-10-05T14:18:56+02:00

Egal gibt es nicht – Wie der Kontext (Budget-)Entscheidungen beeinflusst

Egal gibt es nicht – Wie der Kontext (Budget-)Entscheidungen beeinflusst

von Prof. Dr. Philipp Wichardt und Dr. Fynn Kemper, Universität Rostock

Viele ökonomische wie politische Entscheidungen werden typischerweise als „vernünftig“ und „sinnvoll“ beschrieben, nachdem sie getroffen worden sind (eine Zeit lang war modern von „alternativlos“ zu sprechen). Das suggeriert, dass keine andere Entscheidung möglich war.

Die Forschung zeigt, dass viele Entscheidungen allerdings schon allein vom Kontext abhängig sind, auch wenn der Kontext zu dem objektiv zu entscheidenden Sachverhalt (eigentlich) keine relevanten Informationen liefert. Was bedeutet das nun für all die angeblich alternativlosen Entscheidungen? Mindestens wohl schon mal, dass es auch wichtig ist zu entscheiden, in welchem Kontext sie getroffen werden sollen.

Bei der Verteilung von Budgets kämpfen oft viele Gruppen um Anteile (in der Schule verschiedene Fachbereich, AGs, etc.; in der Politik verschiedene Ressorts; in der Familie verschiedene Familienmitglieder). Untersucht werden soll, wie sich Kontexteffekte zum Beispiel bei der Aufteilung des Familienbudgets auf neue Technik (einen Computer für die Kinder), Urlaub oder ein Haustier mit dem Kontext der Entscheidung verändern und wie sich sozial/gesellschaftlich wünschenswerte Aufteilungen durch Veränderungen in Entscheidungskontexten ggf. fördern lassen.

Obwohl das Thema „Framing von Entscheidungen“ ein allgemeineres ist, ist es hier bewusst mit einem Fokus auf Budgetaufteilen beschrieben, um den Rahmen ein bisschen zu konkretisieren.

Mögliche Fragestellungen ergeben sich, sobald man eine Budgetsituation vorgibt und mögliche Zwecke zur Verwendung. Nicht zuletzt im Kontext von Corona stellt sich die Frage, wie vorhandene Gelder eingesetzt werden sollen.

Zentrale für alle möglichen konkreten Fragen ist dabei, welche Aspekte es Kontextes auf die Entscheider wirken und warum.

Untersucht werden können entsprechende Frage gut dadurch, dass man eine Befragung durchführt und dabei entweder verschiedene Kontexte vorgibt oder die Teilnehmer der Befragung durch entsprechende vorab zu erledigende Aufgaben „framed“ (Charities etwa zeigen meist Bilder von leidenden Kindern, bevor zur Spende aufgerufen wird).

Must-Read Literatur

Literatur wird dem Team zur Verfügung gestellt. Eine Google-Scholar-Suche zu Framing Effects oder Identity oder Nudging sollte erste Ansätze liefern.

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Philipp Wichardt

Foto: Universität Rostock

 

Prof. Dr. Philipp Wichardt ist seit 2012 Inhaber des Lehrstuhls für Mikroökonomie an der Universität Rostock. Als gebürtiges Nordlicht (Kiel) ist er gern zurück an der Ostsee. Zuvor hat er in Bonn, Kiel und Lund (Schweden) studiert. Im Anschluss war er als Doktorand an der Bonn Graduate School of Economics mit Aufenthalten in London (UCL) und Zürich (IEW). 2006 hat Herr Wichardt in Bonn seine Promotion abgeschlossen. Nach Vertretungsprofessuren in Bonn und München kam er nach Rostock. Herr Wichardt ist Assoziertes Mitglied am Institut für Weltwirtschaft in Kiel und Research Fellow am CESifo München.

In seiner Forschung beschäftigt sich Herr Wichardt vorrangig mit psychologischen Einflussfaktoren auf individuelle (ökonomische) Entscheidungen, spieltheoretischen Modellen zur Modellierung nicht rationalen Verhaltens sowie wissenschaftstheoretischen Fragen zu dem Problem, wie Modelle in den Wissenschaften zu verstehen sind, wenn doch immer Annahmen enthalten sind, die so nicht wirklich stimmen.

Herr Wichardt hat einen Sohn und ist glühender Anhänger des THW Kiel.

Fynn Kemper

Dr. Fynn Kemper promovierte 2021 am Lehrstuhl für Mikroökonomie in Rostock. Zuvor studierte der Gebürtige Rostocker Wirtschaftsmathematik an der Universität Rostock. Seine Forschungsschwerpunkte sind individuelles Risikoverhalten und nicht-monetäre Faktoren individueller Entscheidungen.

Herr Kemper hat einen Sohn und ist ein großer Autofan.

Egal gibt es nicht – Wie der Kontext (Budget-)Entscheidungen beeinflusst2022-10-05T14:08:05+02:00

How should schools address the problem of curriculum overload?

How should schools address the problem of curriculum overload?

von Dr. Susan Hanisch und Dr. Dustin Eirdosh, Max Planck Institut für evolutionäre Anthropology

Dieses Thema kann nur auf Englisch bearbeitet werden

Humans are somewhat unique compared with other organisms, in that we produce, share, and accumulate massive amounts of information about the world around us. The 21st century has seen the expansion of this capacity for accumulating cultural information more than any other time in our history. Despite this trend, it is not clear how schools should change or adapt. In 2020, the Organization for Economic and Cooperative Development (OECD) released a report on the international state of education, finding that many schools around the world are facing the challenge of curriculum overload, policies and structures that require teachers and students to do too much in order to keep up with the (actual and perceived) demands of modern societies.

In short, schools seem to be not well prepared to help students navigate the flood of human knowledge within the “Information Age”. The impacts of this kind of curriculum overload are significant. First, teachers are impacted both in terms of their ability to engage in high quality teaching, and relatedly, in terms of their everyday well-being. These impacts on teachers spill over into impacts on student learning and wellbeing, which in turn, may provide serious constraints on evolving a sustainable global economy for all humans on the planet.

How can school communities solve these dilemmas between preparing German students for an increasingly complex, competitive, international world, and assuring the well-being of teachers and students? These tensions suggest that curriculum overload is a complex and deep challenge for economic development that requires the active participation of students and teachers.

Must-Read Literatur

OECD (2020), Curriculum Overload: A Way Forward, OECD Publishing, Paris, https://doi.org/10.1787/3081ceca-en. / https://www.oecd-ilibrary.org/sites/0ebc645c-en/index.html?itemId=/content/component/0ebc645c-en

Weiterführende Literatur

Evolving Schools Regional Workshop: Curriculum Overload. https://openevo.eva.mpg.de/teachingbase/curriculum-overload/

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Dr. Dustin Eirdosh

Dr. Eirdosh is the coordinator of the Educational Innovation Labs within the Department of Comparative Cultural Psychology at the Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology. He is interested in teaching and learning at the intersection of evolution, behavior, and sustainability science. Working through collaborations across scientific institutions, international non-profits, and local classrooms, his projects use human social behavior as a conceptual lens for interdisciplinary education.

Dr. Susan Hanisch
Dr. Hanisch is an educational design researcher collaborating across the Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology, University of Leipzig, and Friedrich-Schiller University of Jena. After conducting her PhD research in tropical sustainable agriculture in south-western Madagascar, Dr. Hanisch became increasingly interested in education and its central role for a sustainable future. She now works across University teacher education contexts, focused on educational design research to advance the integration of perspectives in behavioral, evolutionary and sustainability science in Education for Sustainable Development.

How should schools address the problem of curriculum overload?2022-10-05T14:08:22+02:00

Vorhersagbar und versicherbar? (Wie) lassen sich juristische Risiken bepreisen?

Vorhersagbar und versicherbar? (Wie) lassen sich juristische Risiken bepreisen?

von Lauriz Gerlach, Bucerius Law School

Volumen und Komplexität von Geschäftsprozessen steigen in einer ökonomisch immer weiter wachsenden und immer stärker globalisierten Welt unaufhaltsam. Dementsprechend erhöht sich auch die juristische Komplexität, die das Rechtssystem zu bewältigen hat. Das zeigt sich beispielsweise in Phänomenen wie den knapp 63.000 Einzelklagen zum sogenannten Dieselskandal.
Alle Gerichtsprozesse sind mit ökonomischen Risiken, insbesondere auch Kostenrisiken (Anwaltskosten, Gerichtskosten, etc.), verbunden. Trotz dieser enormen wirtschaftlichen Bedeutung von juristischen Risiken für Unternehmen bzw. Verbraucherinnen und Verbraucher ist der Markt für die Bepreisung und den Handel von juristischen Risiken noch klein.
Unternehmen wie beispielsweise Burford Capital haben es sich zum Ziel gemacht, juristische Risiken in Portfolien zusammenzustellen und strategisch in erfolgversprechende Fälle zu investieren. Als die Firma Muddy Waters Research jüngst an dem Erfolg dieses Geschäftsmodells Zweifel äußerte und es zu einem öffentlichen Schlagabtausch kam, geriet der Aktienpreis von Burford erheblich unter Druck.

Wie könnte man juristische Risiken (aus Zivilprozessen) sinnvoll bepreisen?
Ist der aktuelle Industriestandard – die bloße Bewertung durch Experten – notwendigerweise einer Bewertung von Crowds (beispielsweise durch Prediction Markets wie die Iowa Electronic Markets, siehe Literaturliste) oder einer Bewertung durch Algorithmen überlegen? Wie lassen sich die Risiken aus Zivilprozessen versichern?

Must-Read Literatur

Volker Votsmeier, Handelsblatt, “Dieselgate: Berater kosten den VW-Konzern 1,77 Milliarden Euro”, https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/autohersteller-berater-im-dieselskandal-kosten-den-vw-konzern-mehr-als-1-7-milliarden-euro/24457804.html

Muddy Waters: MW is Short Burford Capital, https://www.muddywatersresearch.com/research/bur/mw-is-short/

Iowa Electronic Markets, https://iemweb.biz.uiowa.edu

Daniel Martin Katz, Fin(Legal) Tech, Vortrag an der Bucerius Law School, https://www.youtube.com/watch?v=nBeL6MBzSY8

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Lauritz Gerlach

Lauritz Gerlach ist Absolvent der Bucerius Law School und arbeitet seit 2017 bei seiner alma mater in der Abteilung Legal Technology in verschiedenen Funktionen.

 

 



Vorhersagbar und versicherbar? (Wie) lassen sich juristische Risiken bepreisen?2022-10-05T14:02:43+02:00

Lieferketten und Lieferengpässe. Wie können Betriebe auf die globale Krise reagieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten?

Lieferketten und Lieferengpässe. Wie können Betriebe auf die globale Krise reagieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten?

von Dr. Ignat Stepanok, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)

„Die Finanzkrise 2008 beendete einen jahrzehntelangen Wachstumskurs des Welthandels. Fast die Hälfte der Exporte und Importe vieler entwickelten Länder gehört zu der Gruppe der Vorleistungen, das sind Rohstoffe und Zwischenprodukte, die Betriebe weiterverarbeiten und für ihre Endproduktion nutzen. Die Weltwirtschaft ist tief vernetzt. Studien zufolge ist dieser Zugang zu Vorleistungen für die Produktivität und die Wettbewerbsfähigkeit von Betrieben von zentraler Bedeutung (Amiti und Konings 2007).

Lieferengpässe, also Schwierigkeiten beim Bezug von Vorleistungen oder Zwischenprodukten, sind daher ein wichtiges Thema für Betriebe. Es gab immer Lieferengpässe zu bestimmten Zeiten und für bestimmte Wirtschaftszweige oder Regionen. Mit der Corona-Krise und dem Krieg in der Ukraine haben sich die Probleme aber deutlich verschärft. Sie betreffen nun einen großen Teil der Wirtschaft. Wenn Betriebe infolge von Lieferengpässen auf Einstellungen verzichten oder Kurzarbeit nutzen, hat dies zudem Folgen für den gesamten Arbeitsmarkt. Viele Betriebe in Deutschland sind von den Lieferengpässen direkt betroffen und haben bereits ihr Lieferantennetzwerk und oft auch ihre Produktion angepasst (Moritz et al. 2022 und Roth et al. 2022).“

Was sind die Ursachen für die Lieferengpässe und welche Risiken entstehen für Betriebe und Wirtschaft?
Wie können die globalen Netzwerke verlässlicher gestaltet werden, um die Wahrscheinlichkeit von Lieferengpässen zu reduzieren?
Wie können die betroffenen Betriebe reagieren? Wie können sie beispielsweise ihre Lieferantennetzwerke organisieren, ihre Lagerhaltung oder ihre Produktion anpassen?
Diese und ähnliche Fragen können in einem YES!-Projekt bearbeitet werden.

Must-Read Literatur

„Konings, Jozef and Mary Amiti (2007), „Trade Liberalization, Intermediate Inputs, and Productivity: Evidence from Indonesia,” The American Economic Review, 97, 1611—1638.

Moritz, Michael, Duncan Roth, Jens Stegmaier and Ignat Stepanok (2022), “Lieferengpässe in Deutschland im Jahr 2021: Betriebe reagieren mit Anpassungen bei Produktion, Preis und Personal,” IAB-Kurzbericht 13/2022.

Roth, Duncan, Eva Kleifgen and Ignat Stepanok (2022), „The Covid-19 Pandemic and International Supply Chains,“ IAB-Discussion Paper 5/2022.“

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Das Thema wird betreut von

Ignat Stepanok

Foto: IAB

Dr. Ignat Stepanok studierte Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt internationaler Handel und wirtschaftliches Wachstum. Zwischen 2011 und 2015 war er am Institut für Weltwirtschaft in Kiel und seit 2015 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am IAB im Forschungsbereich „Integration, Migration und internationale Arbeitsmarktforschung“. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit der Verbindung zwischen internationalem Handel und Arbeitsmärkten.

 

 



Lieferketten und Lieferengpässe. Wie können Betriebe auf die globale Krise reagieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten?2022-10-05T14:16:20+02:00

Studieren in Krisenzeiten – Wie kann eine zunehmende Bildungsungleichheit verhindert werden?

Studieren in Krisenzeiten – Wie kann eine zunehmende Bildungsungleichheit verhindert werden?

von Dennis Henryk Meier und Maximilian Floto, Leibniz Universität Hannover

Die COVID-19-Pandemie und der Krieg in der Ukraine stellen die Weltwirtschaft vor enorme Herausforderungen. Im Zuge andauernder Lieferengpässe und starken Beschränkungen von Rohöl- und Gaslieferungen nach Deutschland ist die Inflation in den letzten zwei Jahren stark angestiegen und lag im September 2022 bei knapp 8 %. Grundsätzlich betrifft eine starke Geldentwertung die gesamte Bevölkerung eines Landes, allerdings sind einkommensschwächere Haushalte stärker von einem Preisniveauanstieg betroffen. Diese zunehmende ungleiche Belastung wirkt sich auf mehreren Ebenen aus. Nachdem bereits die Pandemie die (finanzierungsbedingte) Bildungsungleichheit in Deutschland verschärft hat (Meier et al. 2022), ist jetzt davon auszugehen, dass die aktuell hohe Inflation die Bildungsungleichheit in Deutschland weiter verstärken wird.

Mit dem sogenannten „Bildungstrichter“ lässt sich die Bildungsungleichheit beim Hochschulzugang und im Studienverlauf beschreiben: während 79 % der Kinder mit aus akademischem Elternhaus ein Studium beginnen, sind es nur 27 % der Kinder aus nicht-akademischem Elternhaus (Kracke et al. 2018). Neben mentalen Barrieren, Kompetenznachteilen und Informationsdefiziten liegt ein Grund für die Bildungsungleichheit beim Hochschulzugang in Deutschland in der Finanzierung des Studiums (Stifterverband 2022). Allerdings existiert nicht nur beim Hochschulzugang, sondern auch im Studienverlauf eine finanzielle Ungleichheit.

Die Hauptfinanzierungsmöglichkeiten eines Studiums sind finanzielle Unterstützung der Eltern, eigener Verdienst und die Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Daneben besteht die Möglichkeit einer Finanzierung durch Kredite oder Stipendien, die allerdings jeweils nur von 5 % der Studierenden in Anspruch genommen werden. Die finanzielle Ungleichheit resultiert hauptsächlich aus der ungleichen Finanzierungsstruktur während des Studiums. Studierende aus einem nicht-akademischem Elternhaus erhalten häufig weniger finanzielle Unterstützung von ihren Familien und sind auf eigenen Verdienst angewiesen (Middendorf et al. 2017). In Deutschland besteht für Studierende aus einkommensschwächeren Elternhäusern deshalb die Möglichkeit nach dem BAföG finanziell vom Staat unterstützt zu werden. Der Staat verfolgt dabei das Ziel einer Erhöhung der Chancengleichheit im (tertiären) Bildungsbereich. Allerdings nahmen im Jahr 2021 nur rund 11 % der Studierenden die Förderung nach dem BAföG in Anspruch (Statistisches Bundesamt 2022).

Vor dem Hintergrund der aktuell steigenden Preise wurde der BAföG-Höchstsatz um 25€ erhöht. Weitere Maßnahmen zur Entlastung der Studierenden sind eine Einmalzahlung in Höhe von 200€ und eine Erhöhung der Wohnkostenpauschale um 35€, die jedoch in Summe nicht zu einer Entspannung der finanziell angespannten Situation beitragen. Deshalb ist zu erwarten, dass insbesondere einkommensschwächere Familien weniger Möglichkeiten haben, die Kosten für eine Hochschulbildung zu tragen. Insofern erscheint es wahrscheinlich, dass sich die Bildungsungleichheit in Deutschland weiter verstärken wird.
Die finanziellen Ungleichheiten können zu schlechteren Leistungen bis hin zu höheren Abbuchwahrscheinlichkeiten für die benachteiligten Studierenden führen. Die Bildungsungleichheit nach der elterlichen Bildung zeigt sich auch in der Wahrscheinlichkeit das Studium erfolgreich abzuschließen (Stifterverband 2022). Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob es einer Reform der finanziellen Unterstützung für Studierende bedarf, um zu verhindern, dass sich die Chancengleichheit noch weiter verschlechtert.

• Welche Finanzierungsmöglichkeiten gibt es bereits während des Studiums?
• Wie hoch ist die Inanspruchnahme der jeweiligen Finanzierungsmöglichkeiten?
• Wie ist die Informationslage über diese Finanzierungsmöglichkeiten?
• Wo sind die (bürokratischen) Hürden bei der Inanspruchnahme?
• Warum wird die Förderung nach dem BAföG nur noch von rund 11 % der Studierenden in Anspruch genommen?
• Welche aktuellen Soforthilfemaßnahmen gibt es für Studierende?
• Was kostet ein Studium im Durchschnitt? Welche Ressourcen werden benötigt?
• Wie können Studierende aus einkommensschwächeren Familien finanziell besser unterstützt werden?
• Gibt es Bildungsungleichheiten auch in anderen europäischen Ländern?
• Wie sind Finanzierungsmöglichkeiten in anderen europäischen Ländern ausgestaltet?

Must-Read Literatur

Kracke, N., Middendorff, E. und Buck, D. (2018). Beteiligung an Hochschulbildung. Chancen(un)gleichheit in Deutschland. DZHW Brief 03|2018. Hannover: DZHW. https://www.dzhw.eu/pdf/pub_brief/dzhw_brief_03_2018.pdf

Stifterverband und McKinsey (2022). Hochschul-Bildungs-Report 2020, Abschlussbericht, Hochschulbildung in der Transformation. Ein Fazit nach zehn Jahren Bildungsinitiative. https://www.hochschulbildungsreport.de/sites/hsbr/files/hochschul-bildungs-report_abschlussbericht_2022.pdf

Weitere Literaturvorschläge

Meier, D., Thomsen, S. und Trunzer, J. (2022). The Financial Situation of Students During the COVID-19 Pandemic, IZA Discussion Paper No. 15110, Bonn: IZA. https://docs.iza.org/dp15110.pdf

Middendorff, E., Apolinarski, B., Becker, K., Bornkessel, P., Brandt, T., Heißenberg, S. und Poskowsky, J. (2017). Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in Deutschland 2016. 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks – durchgeführt vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung. Berlin: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). https://www.studentenwerke.de/sites/default/files/se21_hauptbericht.pdf

Statistisches Bundesamt (2022). Statistik der Bundesausbildungsförderung (BAföG). https://www-genesis.destatis.de/genesis/online?sequenz=statistikTabellen&selectionname=21411#abreadcrumb

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Maximilian Floto
Maximilian Floto studierte Wirtschaftswissenschaft an der Leibniz Universität Hannover und zwischenzeitlich in Schweden an der Karlstad Universität. Neben seinem Studium arbeitete er als Werkstudent für das Innovationszentrum Niedersachsen. Seit Abschluss des Studiums promoviert er am Institut Geld und Internationale Finanzwirtschaft an der Leibniz Universität Hannover mit dem Forschungsschwerpunkt makroökonomische Erwartungen und Verhaltensökonomik.

 

 



Studieren in Krisenzeiten – Wie kann eine zunehmende Bildungsungleichheit verhindert werden?2022-10-05T14:03:44+02:00

Was bedeutet der Arbeitskräftemangel in Deutschland für junge Berufseinsteiger?

Was bedeutet der Arbeitskräftemangel in Deutschland für junge Berufseinsteiger?

von Dr. Eckhardt Bode, Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW Kiel)

Der Mangel an Arbeitskräften und insbesondere an Fachkräften behindert zunehmend die wirtschaftliche Prosperität in Deutschland. Laut der jüngsten ifo-Konjunkturumfrage vom Juli 2022 behindert der Fachkräftemangel mittlerweile fast die Hälfte aller Unternehmen in Deutschland in ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit (ifo 2022; vgl. auch Sauer und Wollmershäuser 2021) – Tendenz: steigend. Auch die Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit zeigt, dass die Zahl der offenen Stellen in Deutschland – abgesehen von einer kurzfristigen Verringerung im Zuge der Corona-Pandemie – in der vergangenen Dekade kontinuierlich angestiegen ist, diverse Berufe umfasst und nicht einfach durch die Vermittlung von Arbeitslosen verringert werden kann (BA 2022).
Als Ursachen für diesen Arbeitskräftemangel werden verschiedene Faktoren diskutiert, darunter vor allem die Alterung der Bevölkerung (mehr ältere Menschen scheiden aus dem Arbeitsmarkt aus, als jüngere Menschen eintreten) und das abnehmende Interesse junger Menschen an einer dualen Berufsausbildung. Auch fehlt es nicht an Vorschlägen für politische Maßnahmen zur Verringerung des Arbeitskräftemangels. Sie reichen von der Erhöhung des Renteneintrittsalters und der vermehrten Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte über die Verbesserung der Qualität der schulischen Ausbildung und der verstärkten Förderung beruflicher Weiterbildung (Stichwort: Lebenslanges Lernen) bis hin zur verstärkten Werbung für Engpassberufe und die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf (z.B. Klinger und Fuchs 2020, Bickenbach et al. 2022, Freuding und Garnitz 2022).
Aber was bedeutet Arbeitskräfte- bzw. Fachkräftemangel konkret für angehende Berufseinsteiger? In welcher Weise sind sie persönlich davon betroffen, etwa in ihrer Lebensplanung, ihrer beruflichen Perspektive oder ihren Beziehungen zu möglichen künftigen Arbeitgebern? Welche Beiträge können sie – als Privatpersonen, als angehende Arbeitskräfte oder als verantwortungsbewusste Staatsbürger – dazu leisten, den Mangel selbst und insbesondere dessen negative volkswirtschaftliche Auswirkungen zu verringern?

Must-Read Literatur

BA (2022), Arbeits- und Fachkräftemangel trotz Arbeitslosigkeit. Arbeitsmarkt kompakt, August 2022. Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg (https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Fachkraeftebedarf/Generische-Publikationen/Arbeits-und-Fachkraeftemangel-trotz-Arbeitslosigkeit.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Bonin, H. (2019), Fachkräftemangel in der Gesamtperspektive. In K. Jacobs, A. Kuhlmey, S. Greß, J. Klauber und A. Schwinger (Hrsg.), Pflege-Report 2019: Mehr Personal in der Langzeitpflege – aber woher? Springer Berlin, Heidelberg, S. 61-69 (https://doi.org/10.1007/978-3-662-58935-9_4).

Weitere Literaturvorschläge

Bickenbach, F., E. Bode, D. Dohse, S. Fehrenbacher, R. Gold, U. Stolzenburg und J. Vehrke (2022), Digitalisierung. Dekarbonisierung. Demografie. Wandel gestalten: Mittelstandsbericht Thüringen 2020. Kieler Beiträge zur Wirtschaftspolitik 39, Kiel Institut für Weltwirtschaft (https://www.ifw-kiel.de/fileadmin/Dateiverwaltung/IfW-Publications/-ifw/Kieler_Beitraege_zur_Wirtschaftspolitik/2022/wipo_39.pdf).

Freuding, J., und J. Garnitz (2022), Steigende Löhne, akuter Fachkräftemangel und die Mindestlohnerhöhung: Die Personalpolitik 2022. ifo Schnelldienst 75(1): 49-51 (https://www.ifo.de/publikationen/2022/aufsatz-zeitschrift/steigende-loehne-akuter-fachkraeftemangel-und-die).

Ifo (2022), Fachkräftemangel steigt auf Allzeithoch. Pressemitteilung v. 2.8.2022. ifo Institut – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V. (https://www.ifo.de/pressemitteilung/2022-08-02/fachkraeftemangel-steigt-auf-allzeithoch).

Klinger, S., und J. Fuchs (2020), Wie sich der demografische Wandel auf den deutschen Arbeitsmarkt auswirkt. IAB-Forum, 2. Juni 2020. Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Nürnberg (https://www.iab-forum.de/wie-sich-der-demografische-wandel-auf-den-deutschen-arbeitsmarkt-auswirkt/).

Sauer, S., und T. Wollmershäuser (2021), Fachkräftemangel wird zunehmend zur Belastung für die deutsche Wirtschaft. ifo Schnelldienst digital 2, Nr. 17 (https://www.ifo.de/publikationen/2021/aufsatz-zeitschrift/fachkraeftemangel-wird-zunehmend-zur-belastung-fuer-die).

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Dr. Eckhardt Bode

Dr. Eckhardt Bode ist seit 1990 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) (Senior Researcher seit 2005). Derzeit ist er in den Forschungszentren „The Global Division of Labour“ und „Knowledge Creation and Growth“ des IfW tätig. Er studierte 1983-1989 Volkswirtschaftslehre in Marburg und Kiel und promovierte 1998 an der Universität Kiel zum Dr. sc.pol. Von 2008 bis 2015 war er Dozent an der Fachhochschule Hamburg. Seine Forschungsinteressen liegen in den Bereichen Handel, Regionalökonomik, Humankapital und Arbeitsmärkten (v.a. Folgen der Digitalisierung).

 

 

 



Was bedeutet der Arbeitskräftemangel in Deutschland für junge Berufseinsteiger?2022-10-05T14:05:03+02:00
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